Ein ereignisreiches Wochenende im Eichsfeld

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Am Samstag, dem 19.09. hatte die NPD zu 2 Kundgebungen in Heiligenstadt aufgerufen. Die erste davon fand im Stadtteil Liethen in der Meschederstraße statt. Da es insgesamt 6 Zugänge zu dem weit umgitterten Gelände gab, waren Blockadeversuche von Antifaschist*Innen vorerst erfolglos. Hier konnte man lediglich Etappenziele durch das Wegschicken so genannter besorgter Bürger erzielen. Die etwa 200 Gegendemonstrierenden waren den 70 Kundgebungsteilnehmern der NPD zahlenmäßig überlegen. Nachdem sich der Ablauf der ersten Kundgebung halbwegs erfolgreich für die Nazis gestaltete, führte entschlossene antifaschistische Intervention dazu, dass die die NPD den zweiten Kundgebungsort, das ehemalige Förderzentrum in der Aegidienstraße, nicht erreichte. Menschenblockaden in der I-Bergstraße, der Aureusstraße und der Aegidienstraße machten ein Durchkommen für die Nazis unmöglich und sorgten für eine Verschiebung der NPD-Kundgebung in sicherer Entfernung zur geplanten Geflüchtetenunterkunft im ehemaligen Förderzentrum. Das alleine kann für das Eichsfeld bereits als Erfolg gefeiert werden.
Weniger zufriedenstellend ist hingegen der Blick auf die Rahmenbedingungen des Events. So wurden etwa von den Antifas in der Blockade in der Aegidienstraße die Personalien aufgenommen, während 100m weiter eine Nazigruppe weitere Antifaschist*innen angreifen konnte. Die Polizei reagierte auf diesen Vorfall nicht. Auch als weniger später eine circa 15-köpfige Gruppe Hools, vermummt und mit Pfefferspray so wie Quarzsandhandschuhen bewaffnet, die Blockade in der I-Bergstraße in’s Visier nahm, konnte nur knapp Schlimmeres verhindert werden. In der Aureusstraße musste eine Person ärztlich versorgt werden, nachdem diese von einem Polizeihund verletzt wurde.
Am Abend konnte schließlich eine kraftvolle antifaschistische Spontandemonstration von der Aegidienstraße zum Bahnhof durchgeführt werden. Die Erfolge des Tages werden allerdings durch die weitere Entwicklung etwas getrübt: In der Nacht von Samstag zu Sonntag wurden zusätzlich dazu der Bahnhof Heiligenstadt, sowie der Stadtpark und einige Teile des Stadtgebiets mit rassistischer, antisemitischer und menschenverachtender Propaganda überseht. Die Reaktionen der Stadt und der Polizei sind lächerlich bis skandalös.  (Die Gruppe Association Progrès berichtet hier davon.) Da sich in die Berichterstattung zu Samstag sicher noch einige Kuriositäten über Freitag anschließen werden, werden wir in Kürze in einem abschließenden Bericht die Arbeit der Lokalpresse und der Polizei näher beleuchten.
Weiterhin und gerade wegen der problematischen Situation im Eichsfeld rufen wir daher auf, am Freitag an unserer Demonstration teilzunehmen.

Kein Fußbreit dem rassistischen Mob!

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